Die Zwiebel als Heilmittel

Mit der Zwiebel (Allium cepa) verbindet man meist negative Eigenschaften wie Augenbrennen beim Schneiden, unangenehmer Geruch nach dem Essen. Die positiven Eigenschaften sind uns meist gar nicht bekannt. Die Zwiebel gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und darin zur Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae), wie Lauch, Knoblauch oder Bärlauch. Seit Jahrtausenden wird sie für Heilzwecke angewendet. Gekocht oder gebraten verliert sie aber ihre antimikrobiellen, antiviralen und immunstärkenden Eigenschaften. Darüber hinaus enthält sie Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Natrium, Calcium, B-Vitamine und Vitamin C. Nicht ohne Grund ist sie ein fester Bestandteil der viel gepriesenen gesunden mediterranen Ernährung.

Die Eigenschaften der Zwiebel

In allen Heiltraditionen wird die Zwiebel seit Jahrtausenden erwähnt und verwendet. Sie hat neben dem Knoblauch eines der grössten Wirkspektren. Man weiss, dass Sie die Blutfette reduziert, „blutverdünnend“ wirkt, den Blutzuckerspiegel senkt, die Nierenfunktion anregt. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko positiv beeinflussen kann. Empfohlen wird sie, um altersbedingten Gefässerkrankungen vorzubeugen. Empfohlen wird, täglich eine halbe Zwiebel roh zu verzehren, z.B. in Salaten gemischt. Bei Erkältungskrankheiten wirkt die Zwiebel auf die Atemwege schleimlösend, auswurffördernd und erregerabtötend.

Es wurde bei der Zwiebel ein antiastmatisches Wirkprinzip nachgewiesen. Durch die tägliche Einnahme 2–3-mal 10-20 ml frischen Zwiebelsaft, wird die Histaminfreisetzung in den Lungenfibroblasten gehemmt und die allergische Verkrampfung der Bronchien gemindert. Ich empfehle aber den Saft mit etwas Fruchtsaft zu verdünnen, denn er schmeckt pur gewöhnungsbedürftig.

Die Schwefelverbindungen und Polyphenole können hilfreich sein bei diversen Krebserkrankungen. Diese wirken als freie Radikalenfänger, hemmen das Wachstum von Krebszellen indem sie den vorzeitigen Zelltod der Krebszellen auslösen.

Zwiebelsäckchen werden bei Ohrenentzündungen angewendet, indem man sie grossflächig auflegt. Die Dämpfe können die Entzündung im Ohr reduzieren und eine Mehrdurchblutung an den Stellen erreichen.

Bei Mücken-, Wespen oder Bienestichen eine Zwiebel aufschneiden, etwas die Oberfläche andrücken und 15 Minuten auf die Einstichstelle legen. Zwiebeln helfen auch Furunkel zur Reife zu bringen.

Bei Hexenschuss warme Zwiebelpackungen 15 Minuten auf die betroffene Stelle legen. Zwiebeln fördern auch die Verdauung und regen die Magensaftsekretion an.

Indikationen

  • Appetitlosigkeit
  • Erkältung, akuter grippaler Infekt
  • Bronchitis
  • Verschleimte Nase, Heuschnupfen, Fliessschnupfen
  • Asthma bronchiale
  • Brustkorbenge
  • Erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck
  • Erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Abzesse, Akne, Furunkel (äusserlich als Auflage oder Umschlag)

Bei Magenreizung, Sodbrennen und Blähungen, besonders bei empfindlichem Magen oder Reflux sollte man mit rohen Zwiebeln vorsichtig sein. Hier muss man sich erst anschauen, warum der Magen bzw. die Mitte geschwächt ist.

Aus Sicht der chinesischen Medizin wirkt die Zwiebel Wind-Kälte-eliminierend, bei Asthma/ Bronchienenge und Qi-tonisierend von Magen, Milz, Immunabwehr, Lunge, Niere. Es bestätigt auch das Wissen der europäischen Naturheilkunde.

Die Zwiebel wirkt Qi regulierend und bewegend, so bei allergischem Asthma und verschiedenen Allergien, sowohl äusser- als auch innerlich angewendet. Bewegt das Blut, löst Nässe und Feuchtigkeit auf bzw. transformiert diese. Sie leitet Hitze aus dem Körper aus und wirkt entgiftend. Bei Akne, häufig ein Hitze-Schleim-Thema, wird roher Zwiebelsaft getrunken und äusserlich mit Umschlägen gearbeitet.

Rezepte

Hustensirup

Man nimmt eine Zwiebel, schneidet sie in kleine Stücke und tut sie in ein Glas. Es wird Honig drüber gegeben, so dass die Stücke bedeckt sind. Der Honig muss flüssig sein. Alles über Nacht ruhen lassen. Am nächsten Morgen die Flüssigkeit, die sich gebildet hat abgiessen, und löffelweise, über den Tag verteilt trinken. Es löst den Schleim in den Bronchien.

Bei Ohrenschmerzen

Eine halbe Zwiebel klein schneiden und alles in ein Baumwolltuch wickeln oder ein atmungsaktives Säckchen stecken. Das Ganze mit einer Binde am Ohr befestigen und mehrere Stunden lang tragen. Wenn das nicht möglich ist, mindestens 20 Minuten tragen und mehrere Male am Tag wiederholen. 

Bei Schnupfen

Man schneidet eine Zwiebel in Scheiben, breitet sie auf einem Teller aus und stellt ihn neben das Bett. Über mehrere Tage anwenden, bis ein Abklingen der Symptome bemerkbar wird. Es wirkt schleimlösend, antibakteriell und abschwellend. Wirkt auch auf die Lunge schleimlösend und antibakteriell. 

Zwiebelauflagen

Warme Auflagen bei Husten, Bronchitis oder Hexenschuss. Wärmen Sie etwas Schweinfett an, reiben Sie eine Zwiebel rein und wärmen Sie es nur kurz an. Das Ganze auf die Brust oder die schmerzende Stelle am Rücken geben. Wenn es zu flüssig ist, wickeln Sie die Masse in ein Küchenhandtuch, decken alles mit einer Wolldecke ab. Das ganze drauf lassen, bis es abgekühlt ist.

 

Bei Gicht

Zwiebelsuppe z.B. wirkt ausschwemmend. Sie regt die Nierenfunktion an. Darüber kann der Körper die schädlichen Ablagerungen, wie Harnsäurekristalle, in den Gelenken ausschwemmen. Zusätzlich muss natürlich die Ernährung umgestellt werden. Der Verzehr von tierischen Produkten und Alkohol sollte reduziert werden.

Aphrodisiakum

Zwiebel wirken als Aphrodisiaka, hier geht es unter anderem, um die Spermienbildung, die tonisierenden Eigenschaften aber auch der regenerative Charakter, Erneuerung des eigenen Lebens, der Zellen des Körpers, sprich vitalisierend. Aphrodisiaka aus der Naturheilkunde sind nicht gleichzusetzen mit Viagra.

Michael Schulz

Naturheilpraktiker (TEN), Familienaufsteller (DGfS)

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